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Geerdete Leichtigkeit - Kathleen Kilchenmann

Spuren, die die Zeit hinterlassen hat, erzählen Geschichten. Scheinbar Vergängliches in einen neuen Kontext zu setzen, beschäftigt die Künstlerin Kathleen Kilchenmann auch in ihren aktuellen Werken.  So taucht der Betrachter ein in Werke zwischen Himmel und Erde. Seine Gedanken verreisen mit geerdeter Leichtigkeit.

Die in Zürich geborene, heute in Horb am Neckar lebende Künstlerin Kathleen Kilchenmann begann ihre Karriere 1969 in Ann Arbor, USA. Sie lebte in Frankreich, England und den USA. Während verschiedener Studienaufenthalte in Mexiko, Ostafrika, der Karibik und Kanada verfeinerte sie ihre Technik. Sie sagt von sich selbst, sie sei ein umtriebiger Mensch und müsse immer in Bewegung sein: „Mein Leben bestand aus vielen Aufbrüchen und Neuanfängen. Das war fantastisch für mich, ich liebe andere Länder, andere Menschen.“

Diese Leichtigkeit, mit der Kathleen Kilchenmann Veränderungen begrüßt, zeigt sich im spielerischen Umgang mit Material und Farben auch in ihren Bildern. Sie verwendet Materialien, die selbst der Veränderung unterworfen sind und sie faszinieren: Birkenrinden, die sie im Wald findet, Rostfragmente in unterschiedlichsten Formen und Zuständen, Verpackungen, die durch Feuchtigkeit Patina angesetzt haben oder Wellpappenfragmente, die Struktur geben. „Die verschiedenen Materialien, Formen und Spuren, die ich auf der Leinwand integriere, tragen für mich eine Botschaft des Werdens und der Vergänglichkeit des Lebens in der Natur. Sie erden mich!“

Die eigenwilligen Formen der Fundstücke, deren Plastizität, Haptik und Farbgebungen sind die Grundlage ihrer Kompositionen. Dann arbeitet die Künstlerin schichtweise, grobe Grundstrukturen aus Sand und Erden sowie Acrylfarbe wandern ins Bild, Fundstücke, Zeitungsausrisse mit Texten, Papiere mit wie zufällig hin geklecksten Formen aus Tusche werden zurecht gerissen oder geschnitten und auf den Malgrund aufgebracht, übermalt, freigerieben, wieder übermalt und akzentuiert. Die Farbschichten aus Acrylfarbe wirken oft lasierend und sehr lebendig, werden mal schwungvoll ausgekratzt, durch Ölkreiden oder zarte Grafitstiftlinien ergänzt. Kräftige Farbflächen, die oft mit dunklen, körnig strukturierten Rahmen umgeben sind, geben den Bildern die so typische Körperlichkeit. Dichte Farbfelder, aufgeklebte Partien und Zonen gelenkten Zufalls werden zu einem spannenden Ganzen.

Ihre Arbeiten entwickeln sich meistens über mehrere Tage und Wochen, bleiben gar ein halbes Jahr stehen bis an ihnen weitergearbeitet wird. Oft verwirft sie auch erste Arbeiten und nimmt sie als Grundlage neuer Ideen. Häufig entstehen mehrere Arbeiten parallel, die sich gegenseitig beeinflussen und ähnliche Farben aufweisen. So entstehen nicht nur Bilder sondern auch Holzkörper in kleinen Formaten, die beliebig mit einander stehend oder hängend kombiniert werden können. Ergänzt wird die Ausstellung durch einige Glasarbeiten der Künstlerin: „Glas ist für mich so faszinierend, weil es transparent und gleichzeitig farbig gestaltet werden kann.“

Die Betrachtung der Werke von Kathleen Kilchenmann lässt den Besucher in Geschichten zwischen Himmel und Erde eintauchen. Seine Gedanken und Phantasie verreisen mit „geerdeter Leichtigkeit“.

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